Türchen 04: Mit fertigen Themens zum Erfolg

04.12.2011   //   von Ingo Hillebrand   //   Adventskalender, Magento  //  8 Kommentare

Auch ich freue mich auf diesen Adventskalender – ist er dieses Mal etwas ganz besonderes. Ich bedanke mich bei den vielen Gastautoren, die mit ihren Beiträgen helfen, Magento besser zu verstehen und neue Möglichkeiten aufzeigen.

Für viele Einsteiger in den e-Commerce stellt sich die Frage nach der Gestaltung des Shops. Jeder macht sich im Vorfeld bereits Gedanken, wie der Shop aussehen könnte. Jedoch stellt sich bei der Umsetzung meist schnell heraus, dass das eigene Layout ein individuelles Theme nach sich zieht und so im Vorfeld nicht bedachte Kosten mit sich bringt.
Für ein individuelles Theme sind schnell 8.000€ und mehr fällig – vor allem für ein (junges) Startup sind dies Kosten, die besser im Marketing und in der Entwicklung aufgehoben sind. Hier stellen fertige Themes eine schnelle und kostengünstige Alternative dar.


Fertige Themes werden in steigender Anzahl angeboten; das Spektrum reicht von kostenlosen bis hin zu Premium Themes. Premium Themes bietet meist vielfältige Konfigurationsmöglichkeiten und bringen speziell entwickelte oder angepasste Extensions bereits mit. Die Palette der Extensions ist abhängig vom Theme und reicht vom Bilder-Karusell auf der Startseite bis z.B. zu individuellen Reports im Admin.

Bekannte Anbieter von fertigen Themes sind z.B.Themeforest oder emthemes.

Nachdem die Entscheidung für ein Theme gefallen ist und das Theme gekauft wurde, kann es mithilfe der meist beiliegenden Anleitung installiert werden. Für Shopbetreiber schön: Nun müssen nur noch einige Konfigurationen vorgenommen werden und der Shop ist in wenigen Minuten einsatzbereit. Da es sich um ein fertiges Theme handelt, ist es nachvollziehbar, dass man als Shop-Betreiber gerne noch ein paar Anpassungen vornehmen möchte. Zu diesen Änderungen zählen z.B. das Ausblenden der “permanent callouts” und der diversen “reports”.

Für die Dateien des Themes gelten die selben Regeln wie für den Magento Core: “Es wird nichts geändert”. Aus diesem Grund müssen im Adminbereich einige Einstellungen vorgenommen werden. Dazu wählt man System > Konfiguration. Dort wählt man Allgemein > Gestaltung Themes aus.

In diesem Bereich trägt man unter Standard den Namen des Themes an. Um eigene Änderungen sichtbar zu machen, muss im selben Paket ein neues Theme erstellt werden; den Namen trägt man in den restlichen Feldern ein. So weist man Magento beim Rendern der Seite darauf hin, dass zuerst im neuen Theme nach der angefragten Datei geschaut wird, sollte diese nicht vorhanden sein, wählt Magento den Inhalt aus dem Standard-Theme. Ist hier die Datei auch nicht vorhanden, erstellt Magento die Verknüpfung, das Ziel hingegen fehlt jedoch.
Dieses Schema macht es Frontend-Entwicklern einfach, Änderungen am gekauften Theme vorzunehmen, ohne die Quelldateien zu modifizieren.

Der Rückgriff auf ein fertiges Theme nimmt dem Shop-Betreiber in der Regel die gestalterische Freiheit, die eigenen Ideen in den Shop einfließen zu lassen – dies ist für viele der wichtigste Punkt; ist das Layout doch die Visitenkarte des Shops. Auf der anderen Seite erhält der Shop-Betreiber duch das fertige Theme ein komplett durchgetestes Theme, welches am ehesten den eigenen Vorstellungen entspricht. Das wichtigste jedoch: auf einmal sind ca. 8.000 € mehr in der Marketing-Kasse. Am Anfang ist elementar, am Markt anzukommmen – sich auf den Google-Indexer als einzige Markting-Maßnahme zu verlassen ist fatal. Nur weil die Kunden die potenzielle Möglichkeit haben, den Shop zu erreichen, wird der Shop-Betreiber keine nennenswerte Besucherzahlen registrieren. Daher: lieber Geld in Marketing stecken um die Conversion-Rate zu steigern – ein gutes Layout alleine schafft es (statistisch) nicht.

Bei einer durchschnittlichen Conversionrate vom 1-3% und einem durchschnittlichen Warenkorbwert von ca. 75€ ist es eine einfache Rechengrundlage, welche eindrucksvoll demomstriert, dass mehr Besucher, höhere Verkaufszahlen bedeuten – die Geschäftsgrundlage für jeden Shop-Betreiber.

Der Autor

Ingo HIllebrand lebt in Soest, Deutschland, und arbeitet als Anwendungsentwickler bei der Paderborner Firma code-x. Dort beschäftigt er sich seit 2010 mit Magento, persönliche Erfahrungen und Gedanken über Magento und Web-Entwicklung teilt er in diesem Blog. Sie erreichen ihn per e-Mail an ingo@webguys.de oder über Xing.

8 Kommentare

  • 8.000 EUR für ein Theme? Wie bitte??? 2.000 EUR sind dabei wesentlich realistischer, wenn es nicht um das nächste eBay geht. Und diese sollte man schon investieren, um nicht wie früher bei osCommerce einen Shop zu haben, der genauso ausschaut wie Hunderte andere.

  • Hallo Torsten, Danke für Deinen Kommentar. Für ein individuelles Layout ist ein Konzept nötig, die Designentwicklung und die anschließende Umsetzung. Wenn ich für das Konzept einen Tag, das Design drei Tage und für die Umsetzung 6 Tage rechne, komme ich auf zehn Tage; bei einem Tagessatz von 800€ sind dies 8000€. abhängig vom Tagessatz und eigentlichem Aufwand kann dies jedoch variieren.

  • Also > 8000€ kann ich bestätigen. Wir haben bei uns die Faustregel, dass alleine die Umsetzung wenn das PSD fertig ist für die Basis 3-4 Tage dauert und dann pro Ansicht die gestaltet wurde 0,5 – 1,5 Tage. Anschließend dann noch das ganze Browser Testing, da kommt man auch bei “primitiven” Designs ganz schnell mal auf 6 – 8 Tage Arbeit … Zzgl. Grafiker und Konzept

  • Danke für den Beitrag!

    Schließe mich da Alexander & Ingo an.

    Bei Magento Designs hat man viele Möglichkeiten, insbesondere was die ganzen verschiedenen Views oder Design-Situationen eines individuellen Shop Designs angeht. Wo man viele Möglichkeiten hinsichtlich PHP, XML-Layout Updates, CSS & JavaScript in Magento hat, da geht es mit der Komplexität der Gesamtanwendung einher & das ist zeitlich aufwändiger wie viele denken. Die oft im web verbreiteten 3 Tage die benötigt werden um ein individuelles Theme zu erstellen sind schlicht weg unrealistisch.

    - Konzept
    - Prototyping mit ca. 3 verschiedenen Schemata (je nach Projekt)
    - Umsetzung
    – so das es sauber ist und dem nächsten Magento Upgrade stand hält)
    - Debugging, insbesondere für verschiedene Browser & Plattformen
    - Usability-Tests
    – z.B. mit Kollegen aus anderen Abteilungen die nichts mit dem Web zu tun haben & einen Zettel mit Aufgaben bekommen, etwa zu einem bestimmten Produkt navigieren – also schlichtweg die Frage beantworten ob dieses Design überhaupt konzeptionell auf geht
    - ggf. nachbessern
    - Abnahme mit Chef / Abteilungsleiter / Kunden
    - ggf. noch einmal nachbessern
    ———————————————————————–
    Je nach Projekt & Wünschen kann ein Magento Theme schon etwas länger wie ein Paar Tage dauern! ;)

    LG – Daniel

  • In Bezug auf custom Themes habe ich einiges an Lehrgeld gezahlt :) Gut Ding will in der Tat Weile haben.
    Immer wieder schön wenn jemand sich traut konkrete Preise zu nennen. Danke.

  • Viele vorgefertigte Magento Themes müssen fast immer auf den Deutschen Markt angepasst werden und teilweise sind diese “kostenlosen” Themes nicht mit allen Magento CE Versionen kompatibel. Hier und da müssen Änderungen vorgenommen werden, die je nach Aufwand einiges an Zeit und Mehraufwand kosten.

    2.000 Euro für ein Individuelles Design sind meiner Meinung nach wenn nur unter der Hand zu realisieren und der Auftraggeber kann sich sicher sein, dass bei derartiger Absprache die Qualität der Leistung die er im Produkt erhält leidet.
    Von weiteren Support kann hier ohnehin nicht die rede sein.

    Wer billig will, bekommt billig…

  • Ja, die 8.000 Euro sind auf jeden Fall realistisch – da ist es gut, wenn man einen Kunden hat, der sich im E-Commerce bereits auskennt und auch solche Aufwände gewohnt ist.
    Bei den fertig gekauften Themes kommt neben der Anpassung auf den deutschen Markt meistens noch die Ausgestaltung der Unterseiten hinzu.
    Außerdem wird es aufwändiger, an dem gekauften Theme nach Kundenwunsch Änderungen vorzunehmen, weil man sich dann erstmal durch den fremden Code wühlen darf. Also mit 150 $ für ein gekauftes Theme ist es in der Regel auch nicht getan.

    Aber mit gekauftem Theme kann man bei 2.000 Euro landen :-)

  • Hallo Carsten, da gebe ich Dir Recht. Ein gekauftes Theme muss man in der Regel noch einmal anfassen, vor allem auch, um es auf den deutschen Markt anzupassen.

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